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Schlaganfall und Blutverdünnung

Bild des Benutzers PD Jilek

Wie wirkt sich Blutverdünnung aufgrund von Vorhofflimmern auf einen Schlaganfall aus?

Die Schlaganfallrate kann durch Blutverdünnung bei Patienten mit Vorhofflimmern und einer Risikokonstellation gesenkt werden. Dies bedeutet aber nicht, dass unter Blutverdünnung  überhaupt kein Schlaganfall mehr auftritt. Es stellt sich jedoch die Frage, was passiert, wenn doch ein Schlaganfall auftritt. Bin ich dann als Patient, der Blutverdünnung einnimmt, vielleicht mehr gefährdet als ein Patient, der keine Blutverdünnung einnimmt?

Diese Frage untersuchte eine große Studie aus den USA. Dazu wurden über 90000 Patienten mit bekanntem Vorhofflimmern untersucht, die aufgrund eines Schlaganfalls behandelt wurden. Ein Großteil der Patienten war leider nicht nach den Leitlinien mit einer blutverdünnenden Medikation behandelt oder war zum Zeitpunkt des Schlaganfalls nicht im Zielbereich der Blutverdünnung. Diejenigen, die allerdings mit Blutverdünnung behandelt waren, erlitten einen kleineren Schlaganfall und überlebten den Krankenhausaufenthalt besser als diejenige, die vorher keine Blutverdünnung eingenommen hatten.

Blutverdünnung bei Vorhofflimmern schützt also vor einem Schlaganfall. Die erste wichtige Botschaft: Patienten mit Vorhofflimmern sind anscheinend immer noch unterversorgt in Hinblick auf Blutverdünnung, sei es, dass sie überhaupt eingenommen wird oder sei es, dass die Blutverdünnung nicht ausreichend dosiert ist. Die zweite wichtige Botschaft: Tritt unter Blutverdünnung dann doch ein Schlaganfall auf, so ist dieser im Durchschnitt kleiner und wird besser überlebt. Blutverdünnung hilft also sogar dann noch ein klein wenig, wenn sie versagt hat.