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Labor Diagnostik

Labor Diagnostik - Welche Bedeutung haben die einzelnen Werte?

Troponin, NT-pro BNP, Kreatinkinase und natürlich die Blutfette (Cholesterin): Wir erklären, was es bedeuten kann, wenn einer dieser Werte erhöht ist. 

Welche Blut-Tests zur Herz-Vorsorge? Cholesterin, Troponin, NT-pro BNP - wann welcher Test?Jeder kennt den Labor-Ausdruck von seinem Hausarzt. Eine Menge an Werten, doch was bedeutet es, wenn einige Werte erhöht oder erniedrigt sind? Welche Werte sind für das Herz bedeutsam? Letzten Endes müssen alle Laborparameter immer im Kontext mit Beschwerden und anderen Untersuchungsergebnissen gesehen werden. Ihr behandelnder Arzt wird Ihnen die Laborwerte im Kontext erläutern und interpretieren. 

Dennoch: In Befundberichten, Arztbriefen oder in der Kommunikation mit medizinischem Personal fallen immer wieder Begriffe, die wir hier erklären möchten. 

Cholesterin-Werte: Was bedeutet Gesamtcholesterin, LDL, HDL? Was bedeuten zu hohe Werte?

Cholesterin nimmt als zentraler Baustein von Zellmembranen und Ausgangsstoff für die Produktion von Hormonen, Vitaminen und Gallensäuren eine zentrale Stellung im Körper ein. Das Cholesterin wird zum großen Teil im Körper selbst hergestellt. Dabei ist das Enzym β-HMG-CoA-Reduktase wichtig. Dieses Enzym wird bei der Behandlung mit sogenannten Statinen gehemmt und so die Produktion von körpereigenem Cholesterin reduziert. Der Transport im Körper von der Leber geschieht über das LDL-Cholesterin. Da dieser Transport nach aktueller Lehrmeinung für die Ablagerungen im Gewebe und Blutgefäßen eine zentrale Rolle spielt, wird das LDL auch als "schlechtes" Cholesterin bezeichnet. Das HDL-Cholesterin ist für den Rücktransport zur Leber wichtig. Daher gilt es auch als "gutes" Cholesterin. Warum es genau zu Ablagerungen in den Gefäßen kommt, ist nicht vollständig geklärt. Störungen im Cholesterin-Stoffwechsel oder aber Defekte von Rezeptoren (z.B. LDL-Rezeptor) werden als ursächlich für die Entwicklung der Arteriosklerose angesehen. Nach heutiger Lehrmeinung gibt es keinen oberen Grenzwert für alle Patienten. Liegen Risikofaktoren für die Arteriosklerose oder KHK vor (z.B. Bluthochdruck, Übergewicht etc.), ist der Grenzwert, bei dem Maßnahmen im Sinne einer Primärprophylaxe (► Arteriosklerose) ergriffen werden sollten, niedriger als bei Vergleichspersonen. Und vice versa: Sind bereits Gefäßveränderungen bekannt oder liegt eine KHK vor, sollten auch "normale" Cholesterin-Werte behandelt werden. Denn: den Statinen liegt offensichtlich auch eine anti-entzündliche und antioxidative Wirkkomponente zugrunde, die die Arteriosklerose hemmen kann oder sogar reversibel macht (pleiotrope Effekte der Statine). 

Troponin I und Troponin T

Das cardiale Troponin (cTN) ist ein Eiweißkomplex der Muskelfilamentefadenartige Stränge im Herzmuskel des Herzmuskels, das sich aus mehreren Untereinheiten zusammensetzt. Für die Diagnostik einer Herzschädigung (Infarkt, Myokarditis) sind vor allem die Untereinheiten cTNI und cTNT wichtig. Für die Diagnostik des akuten Brustschmerzes beim akuten Koronarsyndrom (ACS) ist das Troponin besonders wichtig. Es kann heute mit Schnelltests in der Notfall-Ambulanz oder Chest-Pain-Unit sicher gestimmt werden. 

Creatin-Kinase (CK und CK-MB)

Die Creatin-Kinase ist ein Enzym, das in Körperzellen, vor allem in der Muskulatur kurzfristig Energiereserven bereitstellen kann. Werden im Blut erhöhte Werte gemessen, kann dies auf eine Schädigung des Muskels hindeuten. Besondere Bedeutung hat die CK bei der Diagnostik des Herzinfarktes. Die Unterform CK-MB steigt bei einem Herzinfarkt sehr rasch (schneller als das Troponin) an. Daher ist die CK-MB gerade in der Frühphase eines Infarktes für die Diagnostik von Bedeutung. Die Gesamt-CK kann aber auch bei starker körperlicher Belastung (z.B. Sport), bei Muskelentzündungen oder -erkrankungen aber auch durch Medikamente (z.B. Cholesterinsenker/Statine) erhöht sein. 
Die Höhe des CK-MB Wertes und der Verlauf geben dem behandelnden Arzt eine gute Orientierung über das Ausmass der Schädigung und den Behandlungsverlauf. Aber: Die CK-MB ist sehr sensitiv, d.h. wenn ein Herzmuskelschaden entsteht ist sie in der Regel erhöht, jedoch ist sie nicht so spezifisch wie z.B. das Troponin. Eine Erhöhung bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Infarkt vorliegt. Bei manchen Patienten liegen unklare Dauer-Erhöhungen der CK vor, die keinen eigenen Krankheitswert haben. Wichtig ist die Interpretation der Werte im Kontext mit anderen Laborwerten und Testergebnissen. 

Kreatinin - Marker der Nierenschwäche, vor Kontrastmittel-Untersuchungen wichtig

Das Kreatinin ist ein Abbauprodukt, das kontinuierlich über den Harn ausgeschieden wird. Wenn die Nierenfunktion höhergradig eingeschränkt ist, steigt der Kreatinin-Wert im Blut an. Da Röntgenkontrastmittel die Nierenfunktion schädigen kann, ist die Bestimmung des Kreatinin-Wertes als orientierender Wert für die Nierenfunktion wichtig. Daher wird bei einer geplanten Untersuchung mit Kontrastmittel (z.B. Herzkatheter, Cardio-CT Angiographie) vorher der Kreatinin-Wert bestimmt. 

NT-pro BNP - Marker der Herzschwäche

Das NT-proBNP ist ein kleiner Eiweißbaustein (Polypeptid), das wie ein Hormon wirkt. Wenn der Herzmuskel bei einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) gedehnt wird, wird es freigesetzt und veranlasst, dass Kochsalz (NaCl) über die Niere ausgeschieden und dem Köper somit Flüssigkeit entzogen wird. Darüber hinaus wird auch die glatte Muskulatur in Blutgefäßen entspannt und damit der Blutdruck gesenkt. Der Nachweis von NT-proBNP ist dabei für die Diagnose einer Herzschwäche sehr spezifisch. Ist es normal, kann eine Herzschwäche -z.B. als Ursache für eine Luftnot (Dyspnoe)-  ausgeschlossen werden. Viele Ärzte setzen das NT-proBNP auch für die Verlaufskontrolle einer Therapie mit Herzinsuffizienz-Medikamenten ein. 

Lipoprotein (a) - Risikofaktor für Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall

Neben dem Cholesterin ist das Lipoprotein (a) heute als zusätzlicher, unabhängiger Risiko-Parameter bekannt. Bei Patienten mit einer Risiko-Konstellation oder bereits vorhandenen Gefäßschäden sollte das Lipoprotein (a) bestimmt werden. Durch genetisch bedingte Störungen im Fettstoffwechsel können auch schon in jüngeren Jahren ausgeprägte Gefäßveränderungen bewirken.

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