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Herzleistung und Vorhofflimmern

Bild des Benutzers PD Jilek

Was fehlt dem Herzen bei Vorhofflimmern?

Im letzten Blog haben wir Vorhofflimmern mit Ozeanwellen verglichen. Der Normalschlag ist eine große Welle, Vorhofflimmern viele kleine Wellen.

Unter Vorhofflimmern kann der Vorhof nicht mehr aktiv pumpen. Dies führt dazu, dass die Herzkammer mit weniger Blut gefüllt wird. Ist die Herzkammer mit weniger Blut gefüllt, dann kann weniger Blut pro Herzschlag gepumpt werden. Die Leistungsfähigkeit des Herzens kann dabei um bis zu 30% abnehmen.

Dies hat unterschiedliche Auswirkungen: Manche Menschen spüren keine Einschränkung im Alltag, andere hingegen merken bei starker Anstrengung eine verminderte Belastungsfähigkeit. Bei sehr sportlichen Personen fällt dies häufiger auf, da sich diese in den Grenzbereichen der körperlichen Belastungsfähigkeit bewegen und somit merken, wenn einige Prozente an Leistungsfähigkeit fehlen.

Neben der geringeren Füllung der Herzkammer mit Blut unter Vorhofflimmern gibt es noch einen zweiten Aspekt: Der Puls schlägt unregelmäßig. Daher wird Vorhofflimmern auch als absolut arrhythmisch bezeichnet. Übersetzt in die Alltagssprache bedeutet dies einen absolut unregelmäßigen Puls. Warum ist das so? Nachdem der Sinusknoten nicht aktiv ist, fehlt dem Herzen der regelmäßige Taktgeber sowohl für den Vorhof als auch die Herzkammer. Stattdessen übernimmt das Vorhofflimmern die Funktion des Taktgebers. Nachdem Vorhofflimmern absolutes Chaos in der Elektrik des Herzens bedeutet, schlägt auch die Herzkammer nicht mehr regelmäßig, sondern ein wenig „chaotisch“.

Am häufigsten merken Patienten einen schnellen Herzschlag über 100 Schläge pro Minute, der unter körperlicher oder seelischer Belastung noch weiter ansteigen kann. Dieser schnelle Herzschlag ist unangenehm und schränkt die Leistungsfähigkeit weiter ein. Bei eher älteren Patienten kann auch das Gegenteil vorliegen: Ein sehr langsamer und unregelmäßiger Puls.

Einige Symptome von Vorhofflimmern haben wir heute schon angesprochen. Es gibt noch einige andere. Dazu mehr im nächsten Blog.

Alles Gute wünscht

PD Dr. Clemens Jilek