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Blutverdünnung und Vorhofflimmern

Bild des Benutzers PD Jilek

Profitiere ich von einer Blutverdünnung, wenn Vorhofflimmern durch eine andere, vorübergehende Erkrankung ausgelöst wird?

Die Blutverdünnung stellt bei einem Großteil der Patienten mit Vorhofflimmern eine wichtige Therapie zur Verhinderung eines Schlaganfalls dar. Bisher wurde bei der Empfehlung zur Blutverdünnung nicht unterschieden, welche Ursache dem Vorhofflimmern zugrunde liegt.

In einer großen Studie aus Frankreich mit über 8000 Patienten wurde der Frage nachgegangen, wie sich das Schlaganfallrisiko bei Patienten mit einem vorübergehenden Auslöser für anfallsartiges Vorhofflimmern verhält im Vergleich zu Patienten, bei denen das Vorhofflimmern ohne andere auslösende Erkrankung auftritt. Zu den vorübergehenden auslösenden Ursachen für Vorhofflimmern gehören z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Mineralstoffentgleisungen im Blut, Entzündungen des Herzbeutels oder des Herzmuskels, Herzinfarkt oder Lungenembolie. Patienten nach Herzoperation wurden in der Studie explizit nicht untersucht.

Das Ergebnis der Studie ist leicht zusammengefasst: Es bleibt beim Altbekannten. Bezüglich des Schlaganfallrisikos spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Vorhofflimmerepisode handelt, die spontan oder aufgrund einer anderen Erkrankung aufgetreten ist. Daher bleibt es wichtig, bei Vorhofflimmern die Indikation für eine Blutverdünnung oder eine andere Therapieform zu prüfen, die das Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern adäquat senken kann. In der Arbeit zeigte sich sogar ein Hinweis, dass die Patienten mit einer vorübergehenden Ursache für Vorhofflimmern von einer Blutverdünnung besonders profitieren.

Es lohnt sich also, bei jeglicher Art von Vorhofflimmern genau hinzuschauen.

Ihr PD Dr. med. Clemens Jilek