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Superfood und Herz - was bringen GOJI und Co?

Superfood fürs Herz - Sinnvolle Nahrungsergänzung oder Hype?

In allen Lebensbereichen begegnen uns Nahrungsmittel, die als "superfood" tituliert werden. Was steckt wirklich dahinter? Gibt es Vorteile für Herzpatienten? Das Team von Osypka Herzzentrum in München klärt auf.

Das neue Superfood, was steckt dahinter und was nützt es unserem Herzen? Goji Beeren wirken insbesondere gut auf das Herz-Kreislaufsystem , da sie positiven Einfluß auf die Senkung von zu hohem Blutdruck (Jia et al 1998) haben, beim Abnehmen helfen und Blutfette reduzieren können. Des weiteren können sie Blutzucker senken (beschrieben in der wissenschaftlichn Studie (Luo et al 2004) So enthalten Goji Beeren beispielsweise reichlich Vitamin C und Vitamin A. Diese Vitamine gelten als Anti-Oxidantien und schützen vor Zellschäden. In größeren Mengen enthalten Goji Beeren auch die Mineralstoffe, Eisen , Selen und Zink. Eisen spielt eine entscheidende Rolle für den optimalen Sauerstofftransport im Körper. Zink und Selen bieten Schutz vor freien Radikalen und schützen somit die Zellen. Im Körper enthaltene Schadstoffe (wie Schwermetalle Quecksilber und Cadmium) können von Selen und Zink gebunden werden, bevor diese in Zellen eingebaut werden. Der hohe Anthocyan-Gehalt ist Werbeträger der „Wunderbeeren" Goji, Maqui und Acai genannt, welche lebensverlängernde Wirkung versprechen.

Anthocyane gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, sind also Substanzen, die die Pflanze nicht unbedingt zum Überleben braucht. Unter den vielen Tausend sekundären Pflanzenstoffen sind zahlreiche Farb-, Geruchs- und Geschmackstoffe, sie machen auch die Pflanzen bunt, das heißt sie sind für die rote bis violette Farbe verantwortlich und daher in vielen Obst-und Gemüsesorten zu finden. Große Bevölkerungsstudien haben gezeigt, dass Beeren das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden senken kann. Die Anthocyane tragen dazu bei. Ihre Wirkungen sind bereits lange bekannt, allerdings nur aus dem Labor. Forscher haben sie zunächst auf Zellen getestet und dabei deutlich höhere Konzentrationen eingesetzt als sie in unserem Körper möglich sind. Bisher ist auch noch nicht geklärt, ob wir Anthocyane überhaupt in größerem Umfang aus der Nahrung aufnehmen können oder sie unverdaut wieder ausscheiden. Wie gut der Körper eine Substanz verwerten kann, gibt die Bioverfügbarkeit an. Anthocyane tauchen nur in minimalen Mengen im Urin und Blut auf, was auf eine schlechte Bioverfügbarkeit hinweist. Man weiß aber heute , dass Bakterien im Dickdarm diese Verbindungen verwerten können. Erforscht wird aktuell noch welches die Ab- und Umbauprodukte sind und wie diese wirken.

Goji & Co: Besser als heimische Beerern?

Um etwas für unsere Gesundheit zu tun, brauchen wir also nicht viel Geld für exotische Beeren ausgeben.Heimische Beeren sind mindestens so effektives Superfood. Holunder, blaue Trauben und Heidelbeere können problemlos mit Açai, Aronia und Maqui mithalten, wenn es um Anthocyane geht. Vitamine bekommen wir nicht nur aus Goji und anderen exotischen Beeren, sondern genauso aus unseren heimischen Brombeeren, Erdbeeren,Himbeere und Preiselbeeren. Jedoch müsssen auch beim Genuß der Gojii Beren folgende Nebenwirkungen beachtet werden: Vier Fallberichte, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfARM) jetzt vorstellt, deuten darauf hin, dass auch die Inhaltsstoffe von Goji-Beeren, vermutlich über eine Blockade von CYP2C9 (der genaue Mechanismus ist nicht bekannt), die Plasmaspiegel der Coumarine steigern. In allen vier Fällen kam es innerhalb kurzer Zeit zu einem deutlichen Anstieg der INR-Werte oder zu Blutungen. Bei einer Frau stieg der INR-Wert zwischen zwei monatlichen Routinekontrollen von 2,5 auf 4,1. In einem anderen Fall wurde eine INR-Erhöhung auf 4,97 festgestellt. Auch das Allergerne Potenzial von Gojibeeren ist nicht zu unterschätzen.

Ist "superfood" Chia-Samen gut fürs Herz?

Chia Samen haben mit 20% den höchsten bei Pflanzen vorkommenden Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Diese dreifach ungesättigte Fettsäure hat eine positive Wirkung auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems und hilft somit dem Körper dabei, Blutdruck, Cholesterinspiegel sowie die Blutfettwerte zu senken. Die Omega-3-Fettsäure wirkt zusätzlich der Entstehung von Thrombosen entgegen, indem sie die Durchblutung verbessert. Diese Faktoren tragen dazu bei, das Herzinfarktrisiko herabzusetzen. Das Verhältnis zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren beträgt in den Chia Samen 3:1, was eine sehr gesundheitsförderndes Balance zu sein scheint. Dies konnte eine Studie der Zeitschrift „Nutrition Research“ aus dem Jahre 2005 belegen. Eisen, Kupfer und Mangan aus den Chia Samen haben einen positiven Einfluss auf die Sauerstoffversorgung des menschlichen Körpers was die Leistungsfähigkeit verbessern kann. Die Bildung und Regeneration der roten Blutkörperchen wird durch diese Spurenelemente gefördert, die für den Sauerstofftransport in unserem Blut verantwortlich sind. Damit die Omega-3-Fettsäure wirken können, helfen die reichlich enthaltenen Ballaststoffe bei der Ausscheidung von Cholesterin und unterstützen so, den Cholesterinspiegel zu senken. Das in den Chia Samen enthaltene Kalzium unterstützt den Knochenstoffwechsel , aber auch Vorgänge bei der Blutgerinnung . Bildquelle. MaRoKa

Goji und Chiasamen auf dem Prüfstand

Goji-Beeren sind nicht gesünder als heimische Früchte. Und kommen sie aus China, sind sie oft mit Schadstoffen belastet. Untersuchungen zeigten in letzter Zeit immer wieder hohe Pestizidwerte. Auch ökologisch sind exotische Lebensmittel nicht gerade super - wegen der langen Transportwege und der Gefährdung des Bestands. Chia-Samen, die wegen ihrer angeblich schlank machenden Effekte gerade sehr angesagt sind, enthalten die möglicherweise Darmschleimhaut reizenden Saponine.

Weitere "herzgesunde" Lebensmittel

Oft hören wir von der antioxidativen Wirkung des Rotweins. Auch sie geht auf das Konto der Anthocyane (Flavonoidde). Knoblauch: - Senkung des Cholesterinspiegel des Blutes - Natürlicher Blutverdünner , welcher so das Auftreten von Schlaganfällen, Herzinfarkten und Thrombosen senkt Haferflocken: - Senkung des schlechten Cholesterinspiegels Olivenöl: - Die ungesättigten Fettsäuren unterstützen die Senkung des schlechten (LDL) Cholesterinspiegels und die Erhöhung des guten (HDL) Cholesterinspiegels. Der Blutfluss als auch die Funktion vom Herzen kann so gesteigert und verbessert werden. Orange: - Deren Ballaststoffe senken den schlechten Cholesterinspiegel und helfen schädigende Giftstoffe aus dem Körper zu absorbieren. - Reich an Kaliumgehalt, was für einen gesunden Natriumspiegel sorgt, der wenn zu hoch für zu hohen Blutdruck verantwortlich sein kann Rotwein: - Blutverdünner - -Die enthaltenen Flavonoide schützen als sekundäre Pflanzentoffe den Kreislauf und senken somit das Risiko für Gefäßerkrankungen deutlich. Spinat: - Ballaststoffe fördern die Verdauung und den Abtransport Herz belastender Giftstoffe. - Kalium und Folsäure im Spinat sorgen für eine optimale Impulsweiterleitung im Reizleitungssystem sowie die einwandfreie Arbeit der Herzmuskulatur. Mandeln: - Gesunde Fette, die unterstützend bei der Fettverbrennung mitwirken. - Außerdem hilft diese Art des Fettes zur Cholesterinsenkung. - Bereits eine tägliche Handvoll Mandeln wirkt sich positiv auf die Funktion des Herzens aus. Als Fazit ist zu sagen , dass die meisten Untersuchungen zeigen, dass nicht die einzelnen Substanzen gesund sind, sondern eher die Mischung verschiedener Stoffe in einem Nahrungsmittel unserem Körper guttut und die Vielfalt dessen und die Kombination dessen was wir essen und daher nicht die einzelne Beere und ihre Wirkstoffe uns gesund macht. Und in Sachen Anthocyan-Gehalt können es unsere einheimischen Lebensmittel wie Rotkohl, rote Trauben, Hollunder und schwarze Johannisbeeren locker mit den Exoten aufnehmen.

Vitamine und Co - ist "künstliche" Nahrungsergänzung mit Vitaminen sinnvoll?

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Chefarzt-Sekretariat

Frau M. Haberland
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Peter Osypka Herzzentrum
Internistisches Klinikum
München Süd GmbH
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