Skip to content Skip to navigation

Plaque Darstellung Halsgefaesse Schlaganfall

Plaque-Darstellung und Vermessung: Ein wichtiger Beitrag zur Therapie-Steuerung 

Die Diagnose „Plaque“ oder Gefäßverengung trifft viele Patienten unerwartet. Die Arteriosklerose ist ein schleichender Prozess, der über Jahrzehnte verläuft. Ein gestörter Stoffwechsel (z.B. Fett- oder Zuckerstoffwechsel) oder ein zu hoher Blutdruck können mit anderen schädigenden Einflüssen (z.B. Nikotin) entzündliche Prozesse in der Gefäßwand auslösen. Die Folge: Plaquebildung.

Die Bestimmung der Intima-Media-Dicke (IMT) an der Halsschlagader (Arteria Carotis) mittels B-Mode Ultraschall ist eine nicht invasive, sensitive und hoch reproduzierbare Technik zur Identifikation und Quantifizierung von Frühstufen der Arteriosklerose Arteriosklerose: Erkrankung der Gefäß-Wände („Gefäßverkalkung“), führt zu Schlaganfall, Herzinfarkt und anderen Gefäß-Erkrankungen und Bestimmung des individuellen Herz-Kreislauf-Risikos bei bislang asymptomatischen Patienten. Diese Methode ist zur Risiko-Abschätzung und gegebenenfalls notwendigen Behandlung am besten für die Altersgruppe der 40- bis 70-jährigen geeignet. Zahlreiche große Studien belegen die Bedeutung dieser Technik für Risiko-Einschätzung für Schlaganfall, Herzinfarkt und Herzversagen - zusätzlich zu den bekannten Risikofaktoren. 

Plaque-Darstellung: Selbst frühe Veränderungen können mit moderner Technik erkannt werdenGanz früh sind die Gefäßerweiterbarkeit und die Elastizität des Gefäßes gestört. Es folgt die Einlagerung von Fetten (Cholesterin) in die Gefäßwand, dies führt zur Ausbildung sogenannter Plaques. Diese sind zunächst flach und engen das Gefäß nicht ein. Mittels der hochauflösenden Ultraschall-Technologie können aber auch schon solche nicht verkalkten Plaques frühzeitig erkannt werden. Damit solche Frühformen der Arteriosklerose nicht übersehen werden, empfehlen die Fachgesellschaften die Verwendung geeigneter, hochauflösender Bildgebungssysteme. Auch an die Untersucher-Qualifikation werden hohe Ansprüche gestellt. Als Plaque bezeichnet man eine Verdickung der Gefäßwand um mehr als 50 % der umgebenden Gefäßschwanzstrukturen oder auch eine Verdickung der Gefäßinnenwand um mehr als 1,5 mm. Eine exakte Vermessung der Plaque und auch die Beurteilung der Gesamt-Gefäßbelastung ist wichtig.

Was bedeutet es, wenn bei mir eine Plaque gefunden wurde?

Meist sind Patienten, bei denen erstmals eine Plaque gefunden wurde überrascht, da dies im Rahmen einer Vorsorge-Untersuchung festgestellt wird. Plaques bleiben lange, vielleicht sogar lebenslang asymptomatisch. Sind aber bereits Plaques nachweisbar, besteht-und das zeigen viele große Studien-ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche). Daher sollten Ursachen für die Plaquebildung und auch mögliche Beteiligungen anderer Organsysteme (Herz, Nieren etc.) genauer untersucht werden. Bei regelmäßigen Kontroll-Untersuchungen kann die Effektivität einer medikamentösen Behandlung und auch der Effekt von Lebensstil-Änderungen analysiert werden. Eine besondere Situation besteht, wenn die Gefäßinnenhaut der Plaque bereits eingerissen ist und sich Blutgerinnsel gebildet haben. Im Fall der Halsgefäße besteht hier dann eine deutlich erhöhte Schlaganfall-Gefahr. Ihr Arzt wird Ihnen in diesem Fall neben Cholesterin senkenden Medikamenten auch Medikamente verschreiben, die Anlagerung von Blutplättchen verhindern sollen (Thrombozytenaggregationshemmer) verschreiben. Engmaschige Kontrollen können auch hier den Therapieeffekt kontrollieren.

Welche weitergehenden Untersuchungen sind sinnvoll?

Nicht in jedem Fall bedeutet ein Nachweis von Plaques in den Heizgefäßen auch eine Beteiligung der Herzkranzgefäße. Nur in etwa 60-70 % finden sich bei Veränderungen der Halsgefäße auch Plaques oder Engstellen im Bereich der Herzkranzgefäße. Neben einer genauen Labor-Diagnostik kann es daher sinnvoll sein, zum Beispiel durch eine Computertomografie des Herzens (CT-Angiographie, Kalkscore-Bestimmung) die Beteiligung der Herzkranzgefäße genauer zu analysieren. Auch die Durchführung von Belastungstests (z.B. Stressechokardiographie, Belastungs-MRT) sind hier sinnvoll.

Wie kann eine Plaque behandelt werden?

Die Verhinderung eines Schlaganfalls und des Progresses der Gefäßverengung sind die Hauptziele einer medikamentösen Behandlung. Durch ein genaues Risikoprofil kann dann die optimale Behandlung festgelegt werden, die Fett- und ggf. Zuckerstoffwechsel optimiert, und bei Bluthochdruck solche Medikamente bevorzugt, die auf die entzündlichen Vorgänge in der Gefäßwand einen positiven Einfluss haben. Bei konsequenter Behandlung und Beachtung der Empfehlungen zur „Lebensstiländerung" (life-style change) können frühe Gefäßveränderungen sogar wieder Rückläufig sein. Hochauflösender Ultraschall kann auch hier zur Beurteilung des Behandlungserfolges herangezogen werden. Eine gefürchtete Komplikation der Arteriosklerose ist das „Aufreißen“ von Plaques. Dies tritt auf, wenn Plaques wachsen. Wird bei diesem Prozess die oberste, schützende Zellschicht (Endothel) beschädigt, können sich auf der nun freiliegenden Oberfläche Blutgerinnsel (Thromben) bilden, die das Gefäß verschließen können (Infarkt) oder abgeschwemmt als sog. Embolus z.B. einen Schlaganfall auslösen können. An dieser Stelle setzt die Behandlung mit sogenannten Thrombozytenaggregationshemmern ein. Die als Aspirin bekannte Acetylsalicylsäure ist hier sicher der bekannteste Vertreter. Die „Plättchenhemmuer“ verhindern, dass sich die Blutplättchen (Thrombozyten) an die Endothelverletzung anlagern. Aus neueren Studien weiß man, dass nicht jeder Patient mit einer Plaque auch wirklich einen Nutzen von Plättchenhemmern hat. Da diese als gefürchtete Nebenwirkungen Blutungen (Magen, Gehirn) auslösen können, muss genau geprüft werden, bei welchem Patienten eine Behandlung sinnvoll und sicher ist.

Seite empfehlen: