Skip to content Skip to navigation

Offenes Foramen Ovale PFO

Offenes Foramen Ovale (PFO) und Schlaganfall-Risiko

Kommt es zu einem Schlaganfall oder eine kurzzeitige Durchblutungsstörung des Gehirns (TIA), erfolgt im Rahmen der Diagnostik die Suche nach einer möglichen Emboliequelle. Ein größeres PFO kann eine Ursache sein. 

Ein Schlaganfall (Apoplex) ist für den Betroffenen ein einschneidendes, häufig lebensbedrohliches Ereignis. Mehr als 200.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Apoplex. Bei älteren Patienten über 65 finden sich meist Gefäßveränderungen im Bereich der hirnversorgenden Arterien (Arteriosklerose) oder Herzerkrankungen (Vorhofflimmern), die eine Durchblutungsstörung verursachen können. Gerade in der Gruppe der jüngeren Patienten findet sich aber häufig keine klare Ursache (z.B. Blutgerinnsel im Herzen oder Plaques in den Gefäßen). Man spricht dann von einem kryptogenen Schlaganfall. In dieser Gruppe  findet sich in etwa der 50% ein offenes Foramen ovale oder andere Veränderungen der Vorhofscheidewand. Aufgrund aktueller Studien wird das PFO besonders in Verbindung mit einem Vorhofseptum-Aneurysma als Risikofaktor angesehen. 
 

Was ist ein offenes Foramen Ovale (PFO)? Was ist ein Vorhofseptum-Aneurysma?

Ein PFO ist ein Überbleibsel des embryonalen Blutkreislauf. Die natürlicherweise bestehende Verbindung zwischen rechtem und linkem Vorhof leitet vor der Geburt das Blut an der unbelüfteten Lunge vorbei. Nach der Geburt verschliesst sich dieses Verbindung bei den meisten Patienten. Zwar lässt sich bei etwa 25% aller Patienten ein sehr kleines PFO nachweisen. Meist hat ein PFO aber keine Bedeutung, da es so klein ist, dass ein Übertritt eines Blutgerinnsels aus dem venösen System sehr unwahrscheinlich ist. Allerdings ist häufig bei Patienten mit einem PFO, die einen Schlaganfall erlitten haben, das PFO sehr groß und oft auch begleitet von einer anderen Anomalie, einer Aussackung der Vorhofscheidewand ("Vorhofseptum-Aneurysma"). Besteht eine solche Konstellation sollte geprüft werden, ob eine medikamentöse Dauertherapie mit Aspirin oder einem "Blutverdünner" sinnvoll ist. Alternativ kann auch ein Verschluss des PFO mittels Kather-Schirmchen diskutiert werden. Aktuelle Studien legen aber nahe, dass nicht jeder Patient von einem Schirmchenverschluss profitiert. Das Video (oben) zeigt eine solche Konstellation. In die Vene eingebrachtes Kontrastmittel tritt schwallartig vom rechten Vorhof in den linken Vorhof über (Pfeile). 

➥ s. auch interventioneller PFO-Verschluss

 

Seite empfehlen: