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Mitralklappen Insuffizienz

Mitralklappen Insuffizienz

Bindegewebserkrankungen der Klappe bzw. Sehnenfäden oder die Vergrößerung (Dilatation) der linken Herzkammer sind die häufigsten Ursachen. Mittels Echokardigraphie kann die Klappe sehr gut beurteilt werden. 

Die Undichtigkeit der Mitralklappe gehört zu den häufigsten Klappenfehlern. Eine leichte Undichtigkeit ist bei vielen Menschen vorhanden, bereitet aber meist keine Beschwerden. Ist die Mitralklappe undicht, fließt während der Kontraktionsphase (Systole) Blut von der linken Herzkammer zurück in den Vorhof. Im Krankheitsverlauf führt dies zur Vergrößerung (Dilatation) des linken Vorhofs und zu einer Bleastung der linken Herzkammer. Dies kann den linken Ventrikel langfristig schädigen. Durch den Rückstrom von Blut kommt es zu einer Stauung in der Lungenstrombahn.

Die Folge: Ein Anstieg des Blutdrucks im Lungenkreislauf. Meist fällt die Erkrankung durch eine Luftnot (Dyspnoe) bei Belastung auf. In fortgeschrittenem Stadium kann auch im Liegen Luftnot auftreten. Die Dehnung des linken Vorhofs führt häufig zudem zu Vorhofflimmern und Herzrasen.

Welche Ursachen für die Mitral-Insuffizienz gibt es?

Bei jüngeren Patienten führen Bindegewebsschwäche oder ein Abriss eines Sehnenfadens zum Durchschlagen eines Klappen-Segels (Prolaps). Ein Teil der Klappe wölbt sich hierbei in den linken Vorhof vor (s. Abb. links). Dadurch berühren sich die beiden Klappen-Segel nicht mehr und Blut strömt in den linken Vorhof. Häufig tritt eine Undichtigkeit auch nach einem Herzinfarkt oder bei Durchblutungsstörungen (KHK) auf. Der Muskel-Apparat (Papillarmuskeln), der die Herzklappen spannt, kann betroffen sein. 

Ist die linke Herzkammer insgesamt vergrößert, ist die Aufhängung der Klappe (Mitralklappen-Ring) erweitert. Auch dies verhindert den kompletten Klappenschluss. Auch eine Herzklappenentzündung (Endokarditis) kann durch Auflagerungen (Vegetationen) oder gar die Zerstörung von Klappenanteilen zur Undichtigkeit führen. 

Wie wird die Mitralinsuffizienz diagnostiziert?

Meist fällt eine Mitralklappeninsuffizienz schon im Rahmen der körperlichen Untersuchung beim abhören (Auskultation) mit dem Stethoskop auf. Bei entsprechenden Symptomen führt der Auskultations-Befund im Verlauf zur Anordnung einer Echokardiographie. Die Diagnose der Mitralklappeninsuffizienz wird heute in der Regel mithilfe der Echokardiographie gestellt. Zur genaueren Quantifizierung wird meist eine Schluck Echo-Untersuchung (transösophageale Echokardiographie) über die Speiseröhre durchgeführt. Mit Hilfe der 3D-Technik kann meist sehr gut die Ursache der Undichtigkeit dargestellt werden. 3D-Echo ist zudem für die Planung interventioneller Eingriffe wie das MitraClip Verfahren wichtig.
Häufig demaskiert sich eine höhergradigen Klappensinsuffizienz erst unter Belastung. Daher eignet sich die Stressechokardiographie sehr gut um den Klappen-Schluss und die Druckverhältnisse in der Lungenstrombahn (pulmonal-arterielle Drucke) zu bestimmen.

Was ist ein Mitralklappen-Prolaps?

Bei Mitralklappen Prolaps schlagen Anteile der Mitralklappe in den linken Vorhof durch. Ursache kann z.B. ein abgerissener Sehnenfaden (siehe Abbildung links) sein. Auf der 3D-Abbildung erkennt man deutlich (Pfeile) wie Anteile des vorderen Mitralsegels in den Vorhof hineinragen. Für die Planung einer Herzoperation sind diese Darstellungen sehr wichtig. Im Gegensatz zur Herzoperation, bei der das Herz nicht gefüllt ist und während der Operation ruhiggestellt ist (Kardioplegie) erlaubt die 3D-Echokardiographie die funktionelle Darstellung. Für ein optimales Rekonstruktionsergebnis es wichtig zu wissen, welcher Anteil der Klappe genau betroffen ist.

Muss eine Herzkatheter Untersuchung durchgeführ werden?

Bei einer hochgradigen Mitralklappeninsuffizienz wird in der Regel vor einer Herz Operation eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt. Dies ist nicht für die eigentliche Diagnose des Schweregrades wichtig. Der Schweregrad lässt sich meist sehr gut mittels echokardiographischer Techniken festlegen. Für eine Operation sind jedoch Druckmessungen in der Lungenstrombahn (pulmonalarterieller Druck) wichtig. Durch Druckmessungen kann festgestellt werden, ob z.B. die Lungenstrombahn geschädigt ist. Dies sind wichtige Informationen für den Herzchirurgen und bestimmen unter anderem die Operationsfähigkeit und geben wichtige Hinweise für die Prognose. Bei einer Herzkatheteruntersuchung wird zudem vor einer Herz-OP auch eine KoronaraAngiographie durchgeführt werden. Bei jungen Patienten kann hierauf häufig verzichtet werden, eine CT-Angiographie des Herzens kann eine relevante Beteiligung/Stenose der Herzkranzgefäße meist sicher ausschließen.

Was ist das Mitra Clip Verfahren?

Das MitraClip Verfahren gehört zu den Katheter-interventionellen Eingriffen zur Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz. Bei schweren Formen der Mitralinsuffizienz kann dies eine Alternative zur Herzklappen-Operation sein. Dies gilt für Patienten, bei denen ein herzchirurgischen Eingriff ein zu hohes Risiko darstellt. Bei diesem Verfahren wird mit einer Art Greifer das vordere und hintere Mitralsegel an der Stelle der Undichtigkeit zusammen-"geclippt". Diese Technik basiert auf dem chirurgischen "Alfieri-stich" Verfahren, bei dem jedoch in offener Herzoperation die Segel mit einer Naht zusammengeführt wurden. Die Echokardiographie (TEE) ist für diesen Eingriff entscheidend. Moderne Bildgebungstechnik im Katheter-Labor (s. Bildfusion) kann entscheidend zum Erfolg beitragen. 

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